Das aufwendige, handwerkliche Verfahren der Sämischgerbung - dem ältesten
bekannten Veredelungsverfahren - beherrschen heute nur noch wenige Traditionsgerbereien.
In einem 6 bis 9 Monate dauernden Prozeß wird aus rohen Häuten der Rothirsche,
in zahlreichen Arbeitsschritten, ein äußerst hochwertiges Leder.
Natürliche Stoffe, wie Weißkalk und Enzyme, sowie diverse mechanische
Arbeiten, bereiten die Felle auf den eigentlichen Gerbvorgang vor.

In rotierenden Holzfässern wird reiner Lebertran (in Lebensmittelqualität) in die Häute eingewalkt. Diese werden anschließend im offenen Dachboden zum Trocknen aufgehängt.
Dieser Vorgang muß über Monate mehrmals wiederholt werden, damit der Tran
sich dauerhaft an die Hautfaser binden kann. Nach Beendigung des Reifeprozesses,
werden die Lederhäute mit Sodawasser gespült, um sie von überflüssigem Fett
zu befreien.
Durch Falzen und mehrmaliges manuelles Schleifen wird der samtartige Velour erreicht.

Die fertig gegerbten Häute, werden nun in mehreren Farbaufträgen mit Zwischen-
schliffen eingefärbt. Dazu wird die Farbe - nach alten Rezepturen aus Naturholzextrakten wie Blau- und Rotholz hergestellt - auf der Außenseite von
Hand aufgebürstet. Die Innenseite behält die gelbliche Naturfarbe, daher
die charakteristische Zweifarbigkeit der sämisch gegerbten Häute.

Durch diese sehr zeit- und arbeitsaufwendige Methode der Gerbung, entsteht ein natürliches, unvergleichbares Material. Es erfüllt höchste Ansprüche an Reinheit, Belastbarkeit und Tragekomfort.

- Keine Hautreizungen durch allergieauslösende Chemikalien
- Hervorragende Schweißaufnahmefähigkeit
- Durch einseitige Bürstenfärbung keine Farbstoffe auf der Lederinnenseite und
  dadurch kein Hautkontakt
- Angenehmes Trageempfinden, kein Kratzen und Scheuern

Eine der herausragenden Eigenschaften des sämisch gegerbten Hirschleders ist, neben der legendären Langlebigkeit, die extrem hohe Atmungsaktivität. Sämischleder ist, durch diesen natürlichen "Klimaeffekt", ähnlich wie Seide, das ganze Jahr über angenehm zu tragen - kühl im Sommer und warm im Winter.

Nur durch großzügigen Materialeinsatz und der Verwendung bester Qualitäten entstehen Hirschlederhosen und -Jacken ohne überflüssige Ansatznähte. Wildfanglederhosen sind aus "einem Guß", ohne Knienaht, unsere Janker kommen
in jeder Größe ohne Rückennaht aus. Wir verwenden nur das Zentrum der
Häute, dünnere Stellen vom Bauch oder aus den Achseln - so genannte "Flämen" - sowie grobfaserige, zu dicke Stellen vom Nacken verarbeiten wir nicht.
Deshalb ist Hirschlederbekleidung von Wildfang überall gleich dick, egal für
welche Materialstärke Sie sich entscheiden.